Station 3: Diakonissenkrankenhaus

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Diakonissen-
krankenhaus

Bauen und Wohnen in einer wachsenden Stadt
Adresse: Diakonissenkrankenhaus Flensburg,
Ecke Marienhölzungsweg/Duburger Straße

Die Flächeninanspruchnahme ist in den letzten 60 Jahren in Deutschland deutlich gestiegen: Die Siedlungs- und Verkehrsfläche hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt und der Flächenverbrauch für die Siedlungsentwicklung hält bis heute an.

Dabei haben Gemeinden vielerlei Eingriffsmöglichkeiten, um den Flächenverbrauch zu reduzieren und keine neuen Siedlungs- und Neubauflächen auszuweisen. Sie besitzen die Planungshoheit. Mit der Flächennutzungsplanung und der sich daraus entwickelnden Bebauungsplanung können sie gesamtstädtisch die bauliche Entwicklung steuern.

Ansätze wie Innenentwicklung vor Außenentwicklung und ein schonender Umgang mit Grund und Boden sind bereits im Bauplanungsrecht verankert. Flensburg strebt eine aktive Innenentwicklung an, wie beispielsweise die Nachnutzung von Konversionsflächen.

Dennoch werden nach dem ISEK und der geplanten Neuaufstellung des Flächennutzungsplans auch weiterhin Flächen zur Arrondierung im Außenbereich des Stadtgebiets in Betracht gezogen, um 5.000-6.000 zusätzliche Einwohner*innen unterbringen und für gewerbliche Expansionen und neues Gewerbe 30 ha zusätzliche Fläche zur Verfügung stellen zu können.

Als Konversionsfläche gelten beispielsweise auch die Potentialflächen rund um das Diakonissenkrankenhaus, das Franziskus, den Standort des Bildungszentrums und den Betriebskindergarten. Diese Einrichtungen sollen ab 2025 am Peelwatt im Südosten der Stadt zu einem Zentralkrankenhaus zusammengelegt werden und bilden somit eine weitere Möglichkeit, innerstädtische Flächen für ein urbanes Leben zu entwickeln. Mehr als 1.000 neue Wohnungen könnten hier laut ISEK entstehen.

Das sich derzeit in Planung befindende Urbane Quartier Hafen-Ost kann für solche weiteren innerstädtischen Projekte wichtige Erkenntnisse beitragen.

Nicht nur die Berücksichtigung der Suffizienz-Strategie bei der Planung und Entwicklung des Gebiets, sondern auch die Vergabe der Grundstücke in Erbbaurecht und das Instrument der Konzeptvergabe werden erprobt. Auf diese Weise behält die Stadt die Grundstücke langfristig in der Hand und kann Einfluss im Sinne einer gemeinwohlorientierten Nutzung und Gestaltung nehmen.

Dies bietet die Möglichkeit, das Quartier nicht an den höchst Bietenden zu „verlieren“, sondern gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteur*innen einen nachhaltigen Ort mit gerecht verteilten Räumen zu schaffen, bei denen gemeinschaftlich und öffentlich genutzte Flächen zu Lasten privat genutzter Flächen gestärkt werden, beim Wohnen, bei den Freiräumen und bei der Mobilität.

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Einwohner*in liegt (2018) in Flensburg mit 44,4 m² knapp unter dem Bundesdurchschnitt; hier ist sie seit 1960 von 19 m² bis 2017 auf 46,5 m² gestiegen.

In der Stadt gibt es allerdings einen hohen Anteil an Einfamilienhäusern, welche eine weit höhere Wohnfläche pro Kopf in Anspruch nehmen. In den Leitlinien für die Steuerung des Wohnungsangebots in Flensburg gilt, dass aufgrund der akuten Wohnflächenknappheit und Flächenknappheit „neue klassische, freistehende Einfamilienhäuser kaum noch darstellbar sind“. Ein Indiz für ein Umdenken aufgrund von Flächenknappheit?!

Um eine optimale Nutzung des bestehenden Einfamilienhaus-Potentials zu erreichen, kann die Stadt Umzüge entsprechend den Bedürfnissen der jeweiligen Lebensphase der Bewohner*innen, insbesondere bei älteren Personen, finanziell und logistisch unterstützen, dasselbe gilt für den Kauf von Bestandsimmobilien durch Familien.

Um Alternativen für das Wohnen im Eigenheim zu ermöglichen, können in urbanen Innenstadtbereichen verstärkt Wohnformen angeboten werden, die Flächen in verschiedenen Abstufungen gemeinschaftlich nutzen.

Wohngemeinschaften, Cluster-Wohnungen oder normale Wohnungen mit gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Gästezimmern, Dachterrassen, Hobbyräumen, Waschkellern usw. Dabei können durchaus Zielwerte von 30 m² pro Kopf erreicht werden, wie Beispiele aus Zürich zeigen (Hunziker-Areal, Kalkbreite).

Weg-Frage: Unter welchen Bedingungen bist Du bereit, Deine Wohnfläche zu reduzieren und welche persönlichen Vorteile könnte das bedeuten?

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Aktivitetshuset

Kleinteilige, dezentrale, nachhaltige Versorgungsstrukturen?!
Adresse: Aktivitetshuset, Norderstraße 49

Alle sieben Stationen auf einen Blick

Station 0

Einführung

Ein suffizienzorientierter Stadtspaziergang

Station 1

Museumsberg

Was ist Suffizienz und Suffizienzpolitik?

Station 2

Stadtpark

Die Bedeutung von öffentlichen Freiräumen

Station 3

Diakonissenkrankenhaus

Bauen und Wohnen in einer wachsenden Stadt

Station 4

Aktivitetshuset

Kleinteilige, dezentrale, nachhaltige Versorgungsstrukturen?!

Station 5

Projektraum „hundertacht“

Partizipation und Bürger*innenbeteiligung

Station 6

Schiffbrücke

Suffiziente Mobilität

Station 7

Kompagnietor

Keine neuartigen Gedanken – aber neues Handeln!ung